Stein-Design für eine Eissporthalle

Der Stein des Anstoßes

Premiere hat das Spiel mit dem Stein beim Bau einer Eissporthalle in der Schweiz. Das Architekturbüro phalt aus Zürich setzt auf die #1 – ein kleinformatiger Kalksandstein mit Rillen in der Oberfläche. Einzigartig, denn die Architekten haben den Stein selbst entworfen.

Der Entwurf

Überzeugt von den guten Eigenschaften des Baustoffs suchte phalt nach neuen Wegen mit dem Kalksandstein. Inspiration fanden sie bei Bauwerken aus den 1960er Jahren – die Lösung im Mut des Herstellers Hunziker Kalksandstein AG. Das Tochterunternehmen von Heidelberger Kalksandstein stand für phalt auch als Beraterin zur Seite. Anhand handelsüblicher Steinformate wurde mit Modellen, Visualisierungen und Form-Prototypen aus Hartschaum experimentiert. Das Ergebnis ist ein Stein mit gradlinigem Relief: Fünf Rillen strukturieren die Oberfläche. Im Gesamtbild des Sichtmauerwerks lässt sich daraus je nach Fugenbild eine andere Optik erzielen.


Die Architektur

Unmittelbar wird der Kalksandstein #1 nun für eine halboffene Eissporthalle in Wohlen, Kanton Aargau verwendet. Die Eissportfläche wird dazu an vier Seiten einstöckig umbaut. Im Sichtmauerwerksverband wechseln sich je eine Reihe konventioneller glatter Kalksandsteine mit dem unkonventionell gerillten Kalksandstein #1 ab. So entsteht auf der lange Wandfläche ein durchgehendes, geschichtetes Ornament, mit Strukturen in der Vertikalen und in der Horizontalen. Die Rillung entwickelt dabei eine dezente, strenge Dynamik, dem Sportgeschehen angemessen.

Das Wand-Klima

Innerhalb der gemauerten Kalksandstein-Wände wird die gesamte Infrastruktur der Eissportanlage von Garderoben bis Gastronomie Platz finden. Man nutzt hier die positiven klimatischen Eigenschaften des Kalksandsteins. Seine sprichwörtliche Coolness dient nicht nur der Gestaltung: Der massereiche Baustoff bewahrt in den Übergangsmonaten vor zu hoher Aufwärmung. Kurz gesagt, schützt er das Eis und reduziert zu hohe Energiekosten. So ist während der kälteren Jahreshälfte eine sechsmonatige Nutzung der Eisanlage möglich.

Das Architekturbüro

phalt brachte nicht nur diesen Stein ins Rollen. Die Architekten sind in der Schweiz bekannt für den sorgsamen Umbau denkmalgeschützter Bauten und für innovativen Neubau. Die Referenzen reichen von Schulen, Kindergärten, Sporthallen, institutionellem Bau bis zum klassischen Wohnungsbau. phalt hat eine Formsprache, die Baugeschichte zitiert und dabei Neues schafft. Beim Sportpark in Wohlen sind die Planer mit Respekt vor der geschützten, umgebenden Parkanlage vorgegangen. Mit ihrem Kalksandstein #1 haben sie hier ihre Signatur hinterlassen.

Technische Details: Eishalle im Schüwo Park Bauherr: Sportpark Bünzmatt AG, Gemeinde Wohlen

Urheber #1: phalt Architekten AG, Zürich
Hersteller #1: Hunziker Kalksandstein AG, Brugg
Grundfläche: 40 x 100 m
Wandfläche: 3000 m2
Rillentiefe des Steins: 15 mm
Verbund: halbstein-versetzter Läuferverbund
Entwicklung: 2016

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